29.04.2020

Kirche

Am Sonntagnachmittag war ich zwei Stunden lang in St. Paulus in der Kirche. Mein Mann hatte die Aufsicht während der Öffnungszeiten für stilles Gebet übernommen und mich gebeten, ihn zu begleiten. Auf dem Hinweg hatten wir uns darüber ausgetauscht, wie viele Menschen wohl kommen würden. Würden es 30 sein und wie sollten wir dann mit der Höchstzahl von 15 umgehen? Oder würden wir zwei allein bleiben?

Egal: Für mich war es eine wunder-bare Zeit. Selten, vielleicht sogar noch nie hatte ich in St.Paulus soviel Zeit am Stück im Schweigen zum Gespräch mit Gott verbracht. Sabbat-Zeit. Zeit der Rückschau auf die Woche. Es tat gut, IHM meine Woche zu erzählen,  mit IHM das, was geschehen war, und auch das, was nicht geschehen war, das, was gelungen war, und das, was schief gegangen war, zu besprechen, die Menschen, denen ich begegnet war, aber auch die Menschen, denen ich nicht begegnet war, IHM anzuvertrauen.
Die Woche war nicht in jeder Minute gut gewesen, aber ich durfte spüren, bei IHM ist sie gut aufgehoben, in diesem Sinne brachte mich die Rückschau zu dem Ergebnis: Es war gut– bei und vor und mit Gott.

Zwischendurch kamen auch andere Menschen in die Kirche. Die kritische Grenze von 15 erreichten wir niemals auch nur annähernd.  Es war schön, nicht allein zu sein. Es tat gut, gemeinsam in der Stille vor Gott zu sein. Das fühlte sich für mich wie Kirche an. Und richtig gut! Für diese Erfahrung bin ich dankbar. Vielleicht doch nicht ganz egal, dass mein Mann und ich nicht die ganze Zeit die einzigen Menschen im Kirchenraumwaren!

Maria Seitz / St.Paulus