Liebe Schwestern und Brüder in den Gemeinden St. Marien/Cotta, St. Antonius/Löbtau, St. Paulus/Plauen und St. Petrus/Strehlen,

am 1. Juni 2020 wird aus unserer Verantwortungsgemeinschaft Dresden Süd-West heraus die Pfarrei der Seligen Märtyrer vom Münchner Platz gegründet. Das geschieht am Pfingstmontag, dem Fest des Heiligen Geistes. Wir haben uns auf dieses Ereignis lange Wochen und Monate vorbereitet.

Es ist mir ein Herzensanliegen, mich, bevor das Ereignis eintritt, mit einigen Zeilen an Sie zu wenden. In der Novene zum Heiligen Geist beten wir vor Pfingsten unter anderem: „Komm Heiliger Geist, erfülle die Herzen deiner Gläubigen und entzünde in ihnen das Feuer deiner Liebe“ und auch „Sende aus deinen Geist und alles wird neu geschaffen und du wirst das Angesicht der Erde erneuern“. Damit bringen wir unsere Überzeugung zum Ausdruck, dass Gott in unserer Welt und in der Kirche am Werk ist. Die Kirche als Gemeinschaft der Gläubigen hat eine sichtbare, eine unvollkommene Dimension, denn sie besteht aus schwachen, sündigen Menschen. Aber die Kirche hat noch eine unsichtbare, eine spirituelle Dimension, ein Fundament, das nicht von Menschenhand erschaffen wurde. Gott ist ihr Fundament, Jesus Christus ist ihr Haupt und der Heilige Geist ist die Kraft, die sie belebt und immer wieder erneuert. Wenn es nicht so wäre, gäbe es die Kirche schon längst nicht mehr, denn aus menschlicher Kraft allein könnte sie nicht bestehen.
Wir, die wir uns in der neuen Pfarrei der Seligen Märtyrer vom Münchner Platz zusammenfinden, sind ein Teil dieser Kirche. Auf dem Weg zur Neugründung haben wir vieles erlebt. Wir haben diskutiert und gerungen, wir haben geplant und organisiert, wir haben Höhen erlebt und Tiefen durchlitten – und am Ende dieses Weges macht uns die Corona-Pandemie mit ihren Einschränkungen und Verboten einen Strich durch die Rechnung. Wir können unsere Bemühungen nicht so feiern, wie wir uns das gewünscht und wie wir es geplant haben. Am Pfingstmontag wird es eine juristische Gründung der Pfarrei geben. Es wurde entschieden, die dazugehörende feierliche Liturgie mit unserem Bischof und das Gemeindefest zu verschieben, da es unter den aktuellen Umständen nicht möglich wäre, sie wirklich als eine Feier durchzuführen und dazu eine möglichst große Zahl der Gemeindemitglieder einzuladen.

Haben wir die Zeichen der Zeit richtig erkannt? Um eine Antwort auf diese Frage zu finden, haben wir vor einigen Jahren einen Erkundungsprozess angefangen. Dieser Prozess ist noch lange nicht zu Ende und wir werden ihn als neu gegründete Pfarrei weiter führen. Viele Fragen bleiben noch offen, aber ein Prozess ist ein lebendiges Geschehen, das uns helfen soll, uns immer wieder neu auszurichten und uns der Herausforderungen der Zeit zu stellen. Helfen soll uns dabei unser biblisch begründeter Auftrag, in dem wir zusammengefasst haben, was uns wichtig ist und wohin wir wollen.

Ich möchte mich an dieser Stelle bei allen bedanken, die auf dem Weg zur Neugründung ihren Beitrag geleistet haben. Ich bedanke mich bei allen Hauptamtlichen und Ehrenamtlichen, Gremien, Gruppen und Kreisen, bei allen Familien und Einzelpersonen, bei allen Jüngeren und Älteren, kurz bei jedem, der sich eingebracht hat. Bedanken möchte ich mich für die konkrete, tatkräftige Unterstützung von so vielen, oft unsichtbar und im Hintergrund, aber auch für Ideen, Vorschläge, gute Gedanken und konstruktive Kritik. Das alles war ein wichtiger Beitrag für die Neugründung der Pfarrei. Zum Schluss bitte ich Sie und Euch alle um das Gebet für unser gemeinsames Werk. Nur mit Gottes Hilfe kann dieses Werk gelingen. In den vergangenen Tagen haben mich die Worte unseres Stifters Arnold Janssen bei der Gründung unseres Mutterhauses in Steyl am 8. September 1875 begleitet. Er sagte damals sinngemäß: Hoffen wir, dass mit der Gnade Gottes etwas wird aus diesem Werk. Wird nichts daraus, dann müssen wir uns auf die Brust schlagen und sagen, wir waren der Gnade Gottes nicht wert.

Liebe Schwestern und Brüder, ich lade Sie und Euch auf diesen gemeinsamen Weg ein. Es ist ein Wagnis, wie so vieles im Leben, aber mit Gottes Hilfe wird es gelingen, dessen bin ich mir sicher. Ich wünsche Ihnen ein gesegnetes Pfingstfest.

Ihr Pfarrer P. Sławomir Rakus SVD

Der Breif zum Nachlesen.