„Die Fünf“

Diese fünf polnischen Jugendliche gehörten zum Salesianer Oratorium in Poznań. Sie verband eine sehr enge Freundschaft, weshalb man sie auch „die Fünf“ nannte. In der faschistischen Besatzungszeit wurden sie der Vorbereitung zum Hochverrat angeklagt, im September 1940 verhaftet, zum Tode verurteilt und am 24. August 1942 gegen 20.30 Uhr in der Dresdner Richtstätte am Münchner Platz hingerichtet. Bis zum Schluß haben sie geglaubt, bis zum Schluß haben sie vertraut, bis zum Schluß haben sie das Gift des Hasses nicht in ihr Herz gelassen. Papst Johannes Paul II. sprach diese fünf Märtyrer 1999 selig.

 

 

Czeslaw Jozwiak
( * Lazyn b/Bydgoszcz, 07.09.1919; † Dresden, 24.08.1942)

„Ich sage euch, meine Lieben, daß ich mit Freude ins Jenseits gehe. (…)Gott hat es so gewollt.“

Czeslaw Jòzwiak stand in Verbindung mit dem salesianischen Oratorium in Poznan seit seiner Kindheit. Er war zehn Jahre alt, als er zum ersten Mal da hinkam. Er besuchte das Gymnasium und erfüllte gleichzeitig die Aufgabe des Animators einer kleinen Jugendgruppe im Oratorium. Bei Kriegsausbruch begann er in einem Kosmetikgeschäft zu arbeiten, weil er die Schule nicht fortsetzen konnte. Er war spontan und voller Energie aber auch beherscht, konstant, treu und bereit zum Opfer. Unter der Führung des Direktors Pieschura strebte er bewußt nach christlicher Vollkommenheit. Er verfügte über eine unbestrittene Autorität bei den Jüngeren. In seinem Abschiedsbrief schreibt er: „(…) Ich muß diese Welt verlassen. Ich sage euch, meine Lieben, daß ich mit Freude ins Jenseits gehe. Mehr als je möchte ich die Freude einer eventuellen Befreiung erfahren. Ich weiß, daß Maria, die Hilfe der Christen, die ich mein Leben lang verehrt habe, mir die Verzeihung Jesu erlangen wird … Der Priester wird mich während der Hinrichtung segnen. Wir haben die große Freude, vor dem Tode noch zusammen zu sein. Alle fünf sind wir in einer Zelle. (…) Ich bitte euch, weint nicht, seid nicht verzweifelt, sorgt euch nicht. Gott hat es so gewollt. Besonders wende ich mich an Dich, Mutti, Liebe, opfere Deinen Schmerz der Gottesmutter der Schmerzhaften und sie wird Dein wundes Herz heilen (…)“

 

Edward Kazmiersky
( * Posen, 01.10.1919; † Dresden 24.08.1942)

„(…) dankt Gott für Seine unbegreifliche Barmherzigkeit. Er gab mir Frieden. (…) Auf Wiedersehen im Himmel“

Edward Kazmierski, geboren in Poznan, kam aus einer armen Familie, sein Vater Schuster, sofort nach Beendigung der Grundschule mußte er in einem Geschäft und dann in einer Mechanikerwerkstatt arbeiten. Er kam schon bald ins salesianische Oratorium und konnte in diesem Klima seine außergewöhnlichen musikalischen Fähigkeiten entwickeln. Von ihm wird eine außerordentliche eucharistische und marianische Frömmigkeit entwickelt. Mit 15 Jahren nahm er an der Wallfahrt nach Tschenstochau teil und legte zu Fuß eine Entfernung von 500 Km zurück. Er war Leiter der Don Bosco Gruppe und begeisterte sich für die salesianischen Ideale. Lebhaft, ausdauernd in den Entscheidungen, zuverlässig wie er war, sang er gerne in der Kirche, im Chor als Solist. Mit15 Jahren schreibt er bereits erste eigene Kompositionen. Ausdauer, Zuverlässigkeit, Nüchternheit, Klugheit und Güte werden als seine Charaktereigenschaften bezeichnet. Edward Kazmierski schreibt in seinem Abschiedsbrief: „Meine geliebte Mutti und liebste Schwestern! Euren Abschiedsbrief habe ich entgegengenommen (….) es freut mich sehr, daß Ihr Euch mit dem Willen Gottes ausgesöhnt habt. (…) dankt Gott für Seine unbegreifliche Barmherzigkeit. Er gab mir Frieden. Mit seinem allerheiligsten Willen ausgesöhnt, werde ich gleich diese Welt verlassen (…) Ich danke Dir Mutti für Deinen Segen. Gott will es so. Er verlangt von Dir dieses Opfer (…) Ich bitte Euch von ganzem Herzen um Verzeihung (…) Ich bitte Dich um das Gebet und küsse Dich geliebteste Mutti, ich küsse Euch (…) Auf Wiedersehen im Himmel.“

 

Edward Klinik
( * Werne b. Bochum, 21.07.1919; † Dresden 24.08.1942)

„(…) Jetzt, wo Du Mutti mich nicht mehr haben wirst, nimm Jesus (…) Weint nicht, denn ich bin schon mit Jesus und Maria zusammen“

Edward Klinik wure in Bochum-Werne am 27.07.1919 getauft. Sehr bald muß die Familie wieder nach Poznan gezogen sein. Er macht sein Gymnasium in Auschwitz und Poznan. Während der Besatzungszeit arbeitete er in einer Konstruktionsfirma. Seine Schwester, Sr.Maria, eine Ursulinnen-Schwester bezeugt: Als Edward ins Oratorium ging, vertiefte sich sein religiöses Leben sehr. Er begann an der Messe teilzunehmen. Er war recht heiter aber auch furchtsam. Lebhafter wurde er vom Moment des Einritts ins Oratorium an. Er war ein systematischer und verantwortungsbewußter Student. Er tut sich hervor durch Förderung des Engagements auf allen Aktivitätsfeldern des Oratoriums, Verehrung der Eucharistie, marianische Frömmigkeit und Begeisterung für die Ideale Don Boscos. In seinem Abschiedsbrief schreibt er: „Allerliebste Eltern, Mutti, Vati, Marysia, Henkol (…) Wunderlich sind die Gottesurteile aber wir müssen uns ihnen fügen, weil alles zum Guten unserer Seele ist (…) Bis zum letzten Moment war Maria für mich Mutter. Jetzt, wo Du Mutii mich nicht mehr haben wirst, nimm Jesus (…) Meine Lieben, verzweifelt nicht über mich und weint nicht, denn ich bin schon mit Jesus und Maria zusammen.“

 

Franciszek Kesy
( * Berlin, 13.11.1920; † Dresden, 24.08.1942)

„Gott der Gute nimmt mich zu sich. (…) Ich gehe in den Himmel, auf Wiedersehen.“

Franciszek Kesy wurde in Berlin geboren, wo seine Eltern sich aus Gründen der Arbeit befanden. Sein Vater war Tischler. Nach dem Umzug nach Poznan arbeitete es aber in einer Elektrozentrale der Stadt. Franciszek hatte die Absicht ins Noviziat der Salesianer Don Boscos einzutreten. Während der Besatzungszeit konnte er die Studien nicht fortsetzen. Er fand eine Tätigkeit in einem Industriebetrieb. Die freie Zeit verbrachte er im Oratorium, wo er in enger Freundschaft mit den anderen im Hinblick auf die Ideale sich an der Animation der Jugendgruppen und Aktivitäten beteiligte. Er pflegte die tägliche Messe und Kommunion und den täglichen Rosenkranz. In seinem Abschiedsbrief schreibt er: „Meine geliebten Eltern und Geschwister …. Es ist der Moment des Abschieds von Euch gekommen und das eben am 24.August, am Tag Marias der Helferin der Gläubigen (…) Gott der Gute nimmt mich zu sich. Trauert nicht, daß ich diese Welt so jung verlasse. Ich bin im Zustand der Gnade und ich weiß nicht, ob ich später meinem Versprechen treu bleiben werde (…) Ich gehe in den Himmel, auf Wiedersehen. Dort im Himmel werde ich Gott bitten … Betet manchmal für mich (…) Ich gehe schon.“

 

Jarogniew Wojciechowski
( * Posen, 05.11.1922; † Dresden 24.08.1942)

„(…) bringe in jedem Moment Deines Lebens Deine Gefühle nur Jesus und Maria dar, denn bei ihnen findest Du Heilung (…)“

Jarogniew Wojciechowski ist in Poznan geboren. Das Familienleben war lange Zeit von traumatischen Situationen aufgrund der Alkoholsucht des Vaters geprägt, die mit seinem Weggang aus der Familie endete. Jarogniew war gezwungen, die Schule zu wechseln und blieb unter der Obhut der älteren Schwester. In dieser Situation fand er Unterstützung im salesianischen Oratorium. Mit Begeisterung nahm er am religiösen Leben und an den Aktivitäten des Oratoriums teil (Ausflüge, Lieder auf dem Klavier) und empfing jeden Tag die heilige Kommunion. In seinem Abschiedsbrief schreibt er an seine Schwester: „(…) Du bleibst auf dieser Erde nicht allein. Ich und Mutti sind immer bei Dir. Um eines bitte ich Dich, bringe in jedem Moment Deines Lebens Deine Gefühle nur Jesus und Maria dar, denn bei ihnen findest Du Heilung. Überschätze die Menschen nicht zu sehr, weder im Guten noch im Schlechten. Denke nur, was das für ein Glück ist: ich gehe vereint mit Jesus durch die Heilige Kommunion. Bei dieser meiner letzten heiligen Kommunion denke ich an Dich und opfere sie für Dich und mich mit der Hoffnung, daß unsere ganze Familie, ohne Ausnahme dort Oben glücklich sein wird (…) Ich gehe schon und warte dort im Himmel mit der liebsten Mutti. Verzeih, ich kann nicht mehr schreiben.“

Quellen:
1. Wierni do konca, Marian Orlon („Bis zum Ende treu“)
2. Zeichen der Liebe Gottes – Portrais aus der Don Bosco Familie, Teresio Bosco